Ankunft in Shanghai (30.3.2012)

Nach 18 Stunden Anreise (allerdings inklusive 6 Stunden Aufenthalt in Paris) war ich dann doch aufgeregt. Darf ich problemlos einreisen? Habe ich die Adresse meiner "Gastgeberin" parat? Stimmt alles mit meinem Visum? Und ... und ... und!

Na ja ... ein Provinzler in der großen weiten Welt eben. ;-)

Kerstin war natürlich schon da und nahm mich in Empfang. Erleichtert wie ich war, meldete sich natürlich zuerst die mehr als 11 Stunden unterdrückte Sucht und so gab es die erste Zigarette (NOCH deutsch-französisch) auf fernöstlichem Boden, bevor wir uns zum einzig kommerziell betriebenen Transrapid auf der Welt machten. 

Jepp - richtig gelesen - der fährt vom International Airport Pudong nämlich ca. 30 km in Richtung Stadt. Leider eben nicht ganz in die Stadt hinein, so dass mir gleich ein erstes chinesisches Abenteuer zuteil wurde: Eine Taxifahrt! 

Exkurs 1: Straßenverkehr in China

Wer immer der Meinung war, der Straßenverkehr in Südeuropa wäre anarchisch und laut, der wird hier eines Besseren belehrt.  Alle bekannten Elemente des urbanen Straßenkampfes werden hier mit erwartet reduziertem asiatischen Minenspiel kombiniert und zur Perfektion gebracht.

 


Alle Wege führen nach ... ähmm ... wohin eigentlich?

Blinken wird durch hupen ersetzt, überholt wird grundsätzlich quer über 3-4 Spuren (vornehmlich rechts), eingeschert wird maximal 20 cm vor dem Hintermann, der das üblicherweise nicht freiwillig zulässt und offensichtlich leiden Chinesen auch unter einer unerklärlichen Rot-Grün-Schwäche. 

Ja - es gibt Ampeln - aber wozu erschließt sich mir bis heute nicht wirklich. Wobei die Ampeln hier ein zusätzliches Feature aufweisen ... sie zeigen an, wie lange die jeweilige Ampelphase noch dauert.

 

Jetzt aber flott! ;-)

 

Bringt aber wie gesagt nicht viel, denn als Fußgänger weiß man dadurch nur, dass man noch 20 Sekunden Zeit hat um bei Grün überfahren zu werden. 

Trotzdem haben wir an diesem Nachmittag das Appartment-Hotel ohne Unfall erreicht (was ich nicht für möglich gehalten hätte) und siehe da, mich erwartete eine nette, kleine 2-Zimmer-Wohnung mitten im Herzen einer pulsierenden Megacity. 

Dies hier war mein erster Blick aus dem Fenster:

 

 

Danach gab es dann noch einen kurzen Trip in nächstgelegene Einkaufsstraße (sozusagen eine sehr, sehr, sehr, seeeeehr Breite Gasse) und erste Erfahrungen mit einheimischer Geschäftstüchtigkeit. Ich habe schon überlegt, ob ich mir 5 T-Shirts mit dem Aufdruck "I don't need anything" drucken lassen soll. NEIN - keine Taschen, keine Uhren oder sonstigen Kram (Mädels haben sie mir laut Kerstin nur nicht angeboten, weil sie dabei war).

 


 

Das war er dann - der Tag meiner Ankunft im Reich der Mitte. Ich war zumindest tief beeindruckt.   

 


 

9.4.12 08:33

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