Tag 1: Annäherung an Shanghai (31.3.2012)

Prolog:

"The city never sleeps!" - dieser Satz muss wohl in Shanghai geprägt worden sein.

Zuerst dachte ich ja "Gut, es ist Freitagabend!" - aber mitten in der Nacht war ich schon irritiert, dass auf der gegenüberliegenden Baustelle immer noch Fundamentpfeiler in den Boden gerammt wurden. ;-)

Außerdem hatte der Straßenverkehr auch gegen 2 Uhr nicht deutlich abgenommen, so dass der Lärmpegel zwischen "Freitagnachmittag am Plärrer", "U-Bahn-Baustelle unter dem Haus" und "Rangierbahnhof nach der Mittagspause" lag.

Intuitiv sind mir meine ehemaligen Nachbarn aus der Weißgerbergasse eingefallen, die sich jedes Wochenende über vereinzelt grölende Kneipenbesucher aufregten.

Leute - im Vergleich zu hier wohnt ihr mehr oder weniger im Südfriedhof ... wohlgemerkt dezibeltechnisch six feet under! ;-)

Nächtliches Großstadtleben aus 500 Metern Höhe

Gut, dass ich von der vorangegangenen Reise scheintot war und deshalb die akustische Kulisse im Weiteren einfach in meine Träume einbauen konnte.

Tagesplanung:

Kerstin hatte ja zum Glück von adidas bereits eine Shanghai-Einführung in Form einer Rundfahrt bekommen, so dass sie schon einen Plan hatte, was wir machen könnten ... sollten ... wollen. Sozuagen "Shanghai for beginners"!

Wenn Kerstin und ich allerdings touristisch unterwegs sind, gibt es einige lebensnotwendige Utensilien, die NIE und unter gar keinen Umständen fehlen dürfen: Nein ... nicht die Fotoapparate (die haben wir aber auch immer dabei) ... es sind unsere GPS-Geräte, ein Stift und ein Schweizer Taschenmesser.

Das ist unsere Basis-Geocaching-Ausstattung, die im Bedarfsfall um diverse Taschenlampen (herkömmlich mindestens 250 Lumen LED, sowie UV), Greifarme, Magnete und ähnlichen Krimskrams ergänzt werden können.

Hier in China haben wir uns aber auf das kleine Cacher-Besteck geeinigt, da Sicherheitsüberprüfungen der mitgeführten Taschen Usus sind (dazu mehr im Exkurs über U-Bahnen in Shanghai und Peking).

Ich weiß ... viele von euch werden jetzt bei der Erwähnung dieses "Geodingsens" die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und "Nicht schon wieder!" ausrufen.

Doch STOPP - im Ausland ersetzt unser Hobby annähernd jeden Reiseführer - sowohl in Papier-. als auch in menschlicher Form. Wir haben auf diese Weise schon viele traumhafte Fleckchen entdeckt, die uns ohne unser Hobby verborgen geblieben wären.

So war das bislang auch hier - aber das sei natürlich zu beweisen und das werde ich in meinen Blogeinträgen auch tun. 

Nun aber zu unserer geplanten (und auch zu Fuß bewältigten) Route:

 

 Rote Strecken haben wir zu Fuß bewältigt, blaue mit der U-Bahn

 

Station 1: Peoples Square (Renmin Guangchang)

Peoples Square (nur 200 Meter von unserem Appartment entfernt) ist sozusagen DER zentrale Platz in Shanghai und zusätzlich Knotenpunkt für drei U-Bahn-Linien (1,2 und 8).

Vom Peoples Square starten viele Bus-Touren durch die Stadt und dort beginnt auch der westliche Teil der Nanjing Lu (Nanjing Road)und führt nach Westen weiter in den Stadtbezirk Jìng'ān. Dort sind viele luxuriöse Einkauszentren beheimatet.

 

 

Grelles Neonlicht und eindrucksvolle Schaufenster mit Luxusartikeln und Waren aus dem Ausland beherrschen wie eh und je den östlichen Abschnitt, die Nanjing-Dong-Straße. Wie keine andere Straße auf dem chinesischen Festland ähnelt sie mit ihren vielen Restaurants, Boutiquen, Kinos, Hotels und vor allem riesigen Kaufhäusern dem Zentrum Hongkongs. Vor 1949 gab es dort und auch in der Fuzhou-Straße zahlreiche Teehäuser, die gleichzeitig als exklusivste Bordelle der Stadt fungierten. Geisha-ähnliche shuyu (singende und Geschichten erzählende Mädchen) gingen von Teehaus zu Teehaus, um Szenen klassischer Theaterstücke und Opern aufzuführen und Gäste zu bewirten.

Nordöstlich des Volksparks steht an der kreisrunden Straßenüberführung an der Kreuzung Nanjing und Xizang-Straße das prachtvollste Kaufhaus der Gegend, das altehrwürdige „Kaufhaus Nr. 1“, das frühere Kaufhaus Sun. Dieser zweitgrößte Konsumtempel des Landes wird täglich von 100.000 Chinesen besucht, viele davon kommen vom Land und wagen sich das erste Mal nach Shanghai.(Quelle: wikipedia.de)

Am Peoples Square gab es für uns vornehmlich eine Aufgabe - den virtual cache "Not the BUND" lösen (was nicht wirklich schwer war).

Nebenbei bemerkt ... das war mein 999ster gefundener Cache. ;-) 


Station 2:  Der Weg (zum 1000sten Cache) ist das Ziel

Nun denn - jetzt ging es in medias res, will heißen, eine Stadt wollte entdeckt werden.

Was konnte zu diesem Zweck besser geeignet sein, als ein Multi(-Stage) Geocache?

An verschiedenen Wegpunkten müssen Aufgaben gelöst und mit den gewonnenen Ergebnissen, die nächsten Wegpunkte errechnet werden. Den fragmentarisch vorhandenen Koordinaten der einzelnen Stages nach war uns klar, dass unser Weg nach einiger Zeit über den Fluß (Huangpu) in den Stadtteil Pudong führen würde.

Aber eins nach dem anderen, das Listing hatte noch einige andere Wegpunkte vorher vorgesehen. ;-)

Stage 1: Cheng Huang Miao (N31 13.621 E121 29.268)
The Cheng Huang Miao (Temple of the Town Gods) is very popular with Chinese worshipers and tourists alike. Here you can feel the religious spirit as you walk trough the halls. For the cache you don't need to enter but I highly recommend it anyway.

For the cache look up to the north roof of the yard. There you can see dragons on the roof. How many are there = A?

Genau DA wollten wir jetzt hin und der liebe Gott hatte ca. einen Kilometer Fußmarsch vor das Erreichen unseres Ziels gestzt.

Plötzlich hatten wir die Welt der Skyscraper, Leuchtreklamen, des Straßenverkehrs und der Einkaufszentren verlassen.

JETZT war ich in China angekommen und nicht in einer x-beliebigen Mega-Metropole auf der Welt. Schon hatte sich der Multi für mich gelohnt und das Beantworten der Frage war nur noch Nebensache (wenngleich sie natürlich gewissenhaft erledigt wurde - sonst hätten wir den nächsten Wegpunkt nicht gefunden).

Und weiter ging es zu dieser ominösen Zick-Zack-Brücke. :-) 

Stage 2: Zig-Zag Bridge (N31 13.7(A-1)9 E121 29.(A-2)28)
Now you in the heart of Yu Yuan at the famous bridge. In the old China many bridges where build in a zig-zag way to prevent evil spirits to cross (who can old walk straight). In the middle of the bridge you find Shanghai's most famous Tea House, the Mid-Lake Pavilion Teahouse. If you have time take a break here and enjoy a cup of Longjing Tea and listen to traditional Chinese live music (FRI, SAT and SUN at 6:30 pm).

Back to the cache: How many "zigs" and "zags" (corners) does the bridge have? In other words, How often do you have to turn when crossing the bridge to the other side. The number is B.

 

 

So, so ... Zick-Zack-Brücken um den bösen Geistern den Zugang zu verwehren. Diese bösen Geister scheinen eher harmloser oder - wahrscheinlich treffender - schlichter Natur zu sein. ;-)

Kerstin würde jetzt mit diabolischem Grinsen in schönstem Loddar-Englisch sagen: "Again what learned!" :-)

Dass die bösen Geister tatsächlich an den Endpunkten der Brücke warteten, beweist aber dieses Bild vom Stand eines Andenkenhändlers:

 

Sozusagen Maosama ... sind die beiden etwa Brüder im Geiste? Ich lasse das jetzt mal unkommentiert. ;-) Jedenfalls macht man sich nach so einem Erlebnis durchaus Gedanken über die Struktur der Touristen. ;-)

Aber es gab weiterhin traumhafte Aus- und Einblicke, so dass dieser kleine Schock schnell vergessen war.


Die Anzahl der Zigs und Zags haben wir am Ende nach etwas peinlichem Verzählen extrapoliert (und sie wird hier auch nicht verraten, denn wir wollen nicht spoilern). 

Also weiter zu den "Strange Creatures" - wobei wir spätestens hier merkten, dass auch GPS-Geräte in Städten mit vielen Hochhäusern so ihre Schwächen haben.

Stage 3: Strange Creatures (N31 13.(B-8)44 E121 29.2(B-A-11)8)
Yu Yuan is famous for its food places and also for its art markets. Don't be fooled by the various sales people everywhere. Lots of the stuff is fake or the price is much to high. You have to bargain them down by at least 200% till you reach an acceptable level. But anywhere there are much better places in the city if you know where to look.
For the cache turn you attention to the two strange looking creatures at the entrance of one of the art markets. Not the Lions but the ones with the half-moon shaped horns. How many teeth does each one have? The answer is C.

 

Na? Wieviele Zähne hat er denn? ;-) Und weiter ging's zur nächsten Stage, weiterhin durch enge Gassen und vorbei an unzähligen Andenkenhändlern, die ständig irgendetwas verkaufen wollten. Inzwischen habe ich gelernt geradeaus zu schauen und nicht zu reagieren ... denn Blickkontakt kann teuer werden. ;-)

Stage 4: Glass Windows (N31 13.(C+(A/2))11 E121 29.(A-1)18)
This is a nice little park you can relax your tired feed.
You are standing on a wooden platform. How many glass windows are there on the ground = D?
It seems the glass windows are gone after reconstruction. However as it is on the way I recommend to pass this point anyways to see the lovely parl. Just use D=7

Ach schade - nichts zu rätseln und das Ergebnis war schon vorgegeben. :-( Trotzdem waren wir dort (weil es schlichtweg auf dem Weg zur nächsten Stage lag) und der Chronist folgt hiermit seiner Pflicht auch unspektukäre Dinge zu dokumentieren.

Nicht spannend, oder? Also weiter!

Stage 5: What a view! What is wrong? (N31 14.1A5 E121 29.2D1)
Go straight through the park and cross two streets. Now you should be at the south end of Shanghai's famous Bund. Now go north.
Here you can enjoy one of Shanghai's most fabulous views. But if you look closely, something is wrong here.


V
W
X
Y
Z
1
453
576
533
643
842
2
496
766
456
680
639
3
576
544
432
722
460
4
573
735
411
853
622
5
488
852
688
563
425
Click to zoom!

In which cell is the error in the photo? E is the value in the according cell of the grid.

Note: Since there is a lot of construction, this view will look totally different in 1 year or so. Therefore concentrate your search on the buildings that are already complete on the photo.


Der nächte Wegpunkt lag nur einige Schritte weiter und wir wurden mit einer atemberaubenden Skyline belohnt. Aber seht selbst:


Der Fehler im Bild lässt sich mit diesem Foto zwar nicht finden, aber wie gesagt - wir wollen nicht spoilern. ;-) Trotzdem atemberaubend und ich habe erst hier erfahren, dass der Fluß im Vordergrund nicht der Yangtse, sondern der Huanpu ist. Im Vergleich mit Erstgenanntem ein kleines Flüsschen mit maximal 700 Metern Breite ... aber zum Größenvergleich mit dem Yangtse an späterer Stelle mehr.

Weiter ging es zur anderen Flußseite und dabei lag "The Bund" auf unserem Weg. Aber lest erst einmal die Aufgabe:

Stage 6: Let there be light (N31 14.290 E121 29.E)
No matter which number of the above you input for 'E' your next waypoint will be on the other side of the river (So this is no confirmation that you solved the above stage correctly!). Most locals can skip this part now, but for visitors crossing the river can be a little tricky. The most direct way is using the 'Bund Sightseeing Tunnel'. The entrance is around N31 14.539 E121 29.148. The exit on the Pudong side is fairly close to the next stage. However it costs 30 RMB one way or 40 RMB round trip. An alternative is using the ferry at N31 14.066 E121 29.306. It costs considerably less (2 RMB) but takes you further south. Once on the other side you can turn left once you exit the ferry station and just walk parallel to the river till you get to the next stage.


Now to the question: At that point you can see a number of tube shaped lights. The number of lights between the two stairs is F.
Afterwards get your reward by enjoying the view and by finding another tiny cache which is very close to where you are now.

Der Fluß war also erreicht und es lag eine Wegstrecke von ungefähr einem Kilometer vor uns, bevor wir den "Bund Sightseeing Tunnel" erreichten. Genug Zeit also, um sich umzusehen und Fotos zu schießen.

 

Und was sagt wikipedia zu diesem Ort?

Etymologie 

Bund ging in die Englische Sprache aus dem Hindustani-Wort band ein, welches wiederum aus dem Persischen stammt. In Indien bezeichnete es künstliche Aufschüttungen wie Deiche und Dämme allgemein, während in den englischen Vertragshäfen in China damit ein Kai bezeichnet wurde.

Geschichte 

Ursprünglich war anstelle der heutigen Uferpromenade eine britische Niederlassung errichtet worden, etwas nördlich des damals noch ummauerten Shanghais. Mit dem zunehmenden Kolonialhandel am Ende des 19. Jahrhunderts und dem einsetzenden Bauboom wurden die Grundstückspreise höher und man errichtete höhere Gebäude, um Grundfläche zu sparen, was zu einer beachtlichen Skyline führte. Seitdem ist der Bund einer der wichtigsten Finanzplätze Ostasiens.

Gebäude am Bund 

Zahlreiche Häuser sind historische europäische Kolonialbauten, in denen Banken, Konsulate und Unternehmen aus Großbritannien, Frankreich, den USA, Russland, dem Deutschen Reich und Japan untergebracht waren.

Entlang des Bund stehen folgende historisch bedeutsame Gebäude sortiert nach Hausnummer:

  1. Asia Building, gebaut 1916, ursprünglich McBain Building, das Zweigstellen von Royal Dutch Shell und Asiatic Petroleum Company beherbergte.
  2. Shanghai Club, neu errichtet 1910, der früher wichtigste Gesellschaftsklub für Briten in Shanghai
  3. Union Building, gebaut 1916, das Versicherungsunternehmen beherbergte
  4. The Mercantile Bank of India, London, and China Building, erbaut zwischen 1916–1918, beherbergte die Mercantile Bank of India, London, and China
  5. Nissin Building, beherbergte ein japanischen Transportunternehmen
  6. Russel & Co. Building, beherbergt heute die China Shipping Merchant Company
  7. The Great Northern Telegraph Corporation Building, beherbergte The Great Northern Telegraph Company und war der Ort der ersten Telefonvermittlung in Shanghai 1882
  8. China Merchants Bank Building, beherbergte die erste von Chinesen geleitete Bank und ist seit 2005 der flagship store des Modeunternehmens Shiatzy Chen
  9. The HSBC Building, gebaut 1923, heute genutzt von der Shanghai Pudong Development Bank, war es früher das Shanghaier Hauptquartier der Hongkong and Shanghai Banking Corporation
  10. The Customs House, gebaut 1927 und dem Big Ben nachempfunden. Die Glocke und die Uhr wurden in England angefertigt.
  11. China Bank of Communications Building, war das zuletzt errichtete Gebäude und beherbergt heute die Shanghai Council of Trade Unions
  12. Russo-Chinese Bank Building, heute die Shanghai Foreign Exchange
  13. Bank of Taiwan Building, heute die China Merchants Bank
  14. North China Daily News Building, beherbergte die einflussreichste englische Zeitung in Shanghai, heute die AIA Insurance
  15. Chartered Bank Building, beherbergte das Shanghaier Hauptquartier der Standard Chartered Bank
  16. Palace Hotel, heute Teil des Peace Hotels
  17. Sassoon House wurde von Sir Victor Sassoon errichtet und beherbergte Shanghais prestigeträchtigstes Hotel das Cathay Hotel. Heute ist es Teil des Peace Hotels.
  18. Bank of China Building, beherbergte die Zentrale der Bank of China
  19. Yokohama Specie Bank Building, beherbergte die japanische Yokohama Specie Bank
  20. Yangtsze Insurance Association Building, beherbergt heute eine Filiale der Agricultural Bank of China
  21. Jardine Matheson Building, beherbergte die Jardine, Matheson & Co.
  • Beijing Road #2: Glen Line Building, beherbergt heute das Shanghai Broadcasting Board
  1. Banque de l’Indochine Building, beherbergte die französische Banque de l’Indochine
  2. Consulate-General of the United Kingdom, beherbergte das Generalkonsulat des Vereinigten Königreichs und heute das Hotel The Peninsula Shanghai

 

Also viel Kapitalismus pur - aber auch einige Zeugnisse kommunistischen Geistes waren zu finden:

 

 

Tja ... und dann kam der Tunnel. Es gibt sicher viele Varianten einen Fluß zu überqueren, aber DIESE war mir neu. Wir fanden eine unterirdische Kabinenbahn mit Lightshow vor ... aber seht selbst:

 

Es war nett, aber teuer! :-/ Getreu dem Motto, dass das Weg das Ziel ist, war ja noch mein 1000ster Cache zu finden. Also raus aus dem Tunnel und weiter. ;-)

Stage 7: Symmetric Pillars (N31 14.A22 E121 29.(F+3)D3)
Update: There seems to be a construction site where the pillars are (were) and a wall blocking the view. Until then you can calculate G=D*3
Keep your eyes open to the man made wonders of modern Shanghai, while walking to this stage. Once you are here you see a row of striped pillars that are positioned in a symmetrical order. How many of those pillars are there. The answer is G.
Before you continue to the final, check your GPS for other caches around.

Diese Stage habe ich nicht bildlich festgehalten, weil sie schlichtweg nichts hergab. Aber danach musste ich meinen Plan ändern - Kerstin hatte nämlich einen Mystery-Cache (Rätsel) gelöst (Shanghais most magnetic place) und der lag nur knapp 100 Meter entfernt. Zum Final des Multis war aber noch fast ein Kilometer zu laufen, so dass zuerst der Mystery dran war und mein 1000ster mithin ein Rätsel wurde. 

Es ging entlang der Uferpromenade und vor dem Zugriff kehrten wir noch bei Häagen-Dasz auf einen Kaffe ein. ;-)

Dann ging's die letzten 80 Meter weiter zum Cache - einen den Kerstin auf den ersten Versuch nicht gefunden hatte. Irgendwie war sie wohl darauf fixiert, dass die gesuchte Bank am Wasser stehen müsste - auch wenn das GPS gut 60 Meter off anzeigte. Es gab aber noch eine zweite Bankreihe ein gutes Stück vom Ufer weg versetzt und dort lies sich "der Kleine" auch schnell finden. Yippieeeee - ich war vierstellig! :-) Mein Tausendster und das auch noch gut 8700 Kilometer von daheim entfernt. Sehr cool! :-)

Exkurs 2: Geocaching und Positionierung auf dem Globus

Einer der großen Vorteile des Geocachings besteht darin, dass man immer genau weiß, auf welchem Längen- und Breitengrad man sich befindet. Im Falle von Shanghai bedeutet dies, dass ich WEISS, dass meine momentane Position 18 Breitengrade südlich und 110 Längengrade östlich von Nürnberg liegt - was einer Entfernung von gut 8700 Kilometern Luftlinie entspricht. Peking hingegen liegt 8 Breitengrade nördlich (und damit auf dem gleichen Breitengrad wie Mallorca) und 5 Längengrade westlich von Shanghai. Nicht, dass man das wirklich brauchen könnte, aber mich interessiert es trotzdem. Da meldet sich dann doch das nicht abgeschlossene Lehramtsstudium Geographie/Englisch zurück.  ;-)

Exkurs Ende

Aber zurück ins reale Leben in Shanghai:

Nach dem Fund und den Ergebnissen von Stage 7 des Multis ging es weg vom Wasser immer tiefer hinein nach Pudong. Neue Eindrücke wurden gewonnen - wie zum Beispiel dieser Fußgänger-Kreisverkehr über einem Auto-Kreisverkehr. ;-) 

 

Hier ist alles mindestens 5 Nummern größer, als das der Durchschnittsfranke kennt und trotzdem fühle ich mich nicht erdrückt oder klein wie eine Ameise. Das Geheimnis liegt in der weitläufigen Bauweise der Skyscraper. Man hat immer genug Platz dazwischen, um sich nicht wie in einer Klamm in den Bergen zu fühlen. 

Und dann sah ich diesen Park! Inmitten von unglaublich beeindruckenden Hochhäusern eine grüne Oase und meine erste Begegnung mit chinesischer Landschaftsarchitektur. Das haben sie wirklich drauf! Ich bin in der Natur inmitten von 300 bis 500 Meter hohen Gebäuden - einfach gigantisch! :-)

In diesem Park lag dann zum einen das Final des Multis, als auch ein weiterer virtual Cache, so dass ich innerhalb von 10 Minuten meine Fundquote auf 1002 erhöhen konnte. :-)

 
There's lots of Western visitors and tourists running around Shanghai, but here's your chance to meet a few of the bronze variety. To score this cache, navigate to the above coordinates and post a picture of yourself with your GPS clearly visible - bonus points for posing in a manner appropriate to the statues. And once you get here, you'll finally be able to solve the mystery: what ARE they looking at, anyway?
 
 Virtual Cache "It's a bird, it's a plane"
 
Nun gab es nur noch einen Cache zu heben, der aber zu einem Fund auch noch ein Abendessen versprach. ;-) Das wir aber erst IM Restaurant fündig werden würden, überraschte uns doch sehr (deutsche Reviewer aufgepasst ... so etwas geht in anderen Ländern *grins*).
 
Hier war er nicht ... auch wenn das GPS das behauptete!

Der freundliche Besitzer (zumindest glaube ich, dass es der Besitzer war) führte uns ins ungefähre Zielgebiet und innerhalb von 10 Sekunden war die relativ große Dose auch ausgemacht. :-)

Also noch Fund Nummer 1003, ein wirklich gutes (INDISCHES) Essen und danach der Heimweg mit der U-Bahn (mehr dazu in meinem nächsten Blog). Es war geschafft! :-)

Hier waren schon mehr Geocacher und haben sich auf einer eigenen Wand verewigt. Wir auch! ;-)

Am Ende des Tages waren Shanghai und ich Freunde geworden und heute (10 Tage später) bin ich hier fast schon ein wenig daheim. ;-)

Ich weiß zwar immer noch nicht, was "Gute Nacht" auf Chinesisch heißt, aber wir hatten eine ... weil wir so erschöpft waren, dass wir die "City" einfach nicht mehr hörten. ;-)

Morgen gibt es mehr ... to be continued.  

10.4.12 09:07

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Heike (12.4.12 08:47)
Wow... toll geschrieben und sehr anschaulich.
Ist echt ne tolle Stadt und fühlt sich wie wenn man dort mitgehen könnte. Als Geocacher sage ich natürlich nicht... "och nee.. nicht schon wieder!" sondern: "ja..genau.. nur so gehts!!!" :-)
Have a nice Time in Shanghai...
best regards
Heike

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